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Humboldt-Universität zu Berlin - Wirtschaftswissen­schaftliche Fakultät

Forschung

Grundsatz

Das Institut beschäftigt sich vorrangig mit positiver empirischer Forschung auf den Gebieten der Rechnungslegung, Wirtschaftprüfung und Corporate Governance. Dabei unterstützen wir Forschungsprojekte, die das Potential haben, in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht zu werden, sowie einen Einfluss auf die Praxis haben.

Über die akademische Forschung hinaus beschäftigt sich das Institut mit Lehre und Praxisfragen. Ein prominentes Beispiel dafür ist das deutschsprachige Lehrbuch „Internationale Rechnungslegung“, welches von Bernhard Pellens, Rolf Uwe Fülbier, Joachim Gassen und zahlreichen Mitautoren verschiedener Institute veröffentlicht wird und eines der führenden deutsprachigen Lehrbücher für den Bereich „Internationale Rechnungslegung“ darstellt.

 

Forschungsseminar

Das Forschungsseminar des Instituts wird gemeinsam von Humboldt-Universität und ESMT organisiert.

Das Forschungsseminar Sommersemester 2013

 

Veröffentlichungen

Publikationen des Instituts

 

Projekte:

Die internationale Rechnungslegung hat erhebliche Auswirkungen sowohl auf die Finanzberichterstattung, als auch auf die Organisationsstrukturen der Unternehmen. Diese Entwicklungen werden im Rahmen eines Forschungsprojektes am Lehrstuhl Rechnungswesen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin untersucht.

Gegenwärtig ist die Segmentberichterstattung von Veränderungen betroffen, der IFRS 8 löst IAS 14 ab. Herr Torsten Menger untersucht im Rahmen seiner Diplomarbeit die Regelungen zur Berichterstattung unter organisationstheoretischen Aspekten. Ziel seiner Untersuchungen ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob und gegebenenfalls wie die Anforderungen der Segmentberichterstattung die Organisationsstrukturen von Unternehmen beeinflussen.

Den Fragebogen finden Sie hier.

 

Die Rolle von Wirtschaftsprüfung im deutschen Kapitalmarkt

Dieses Forschungsprojekt ist eine gemeinsame Arbeit von Holly Ashbaugh-Skaife (University of Wisconsin-Madison) und Joachim Gassen. Wir untersuchen den Einfluss des KonTraG auf die Überwachungsfunktion von Wirtschaftsprüfungsprozessen deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen. Zukünftige Forschungsarbeit wird sich mit den Gründen der beobachteten Marktkonzentration auf dem deutschen Wirtschaftsprüfermarkt sowie der wachsenden Macht von Mandanten auf Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beschäftigen.

Link zu SSRN: Can Audit Reforms Enhance the Informational Role of Auditing? Evidence from the German Market. Erscheint demnächst in: Contemporary Accounting Research, Vol. 26, No. 3, 2009.



 

Determinanten und Konsequenzen der IFRS Rechnungslegung

Teil dieses Forschungsprojekts ist eine gemeinsame Arbeit von Thorsten Sellhorn (Ruhr-Universität Bochum) mit Joachim Gassen. Obwohl die Europäische Union kapitalmarktorientierten Unternehmen IFRS Rechnungslegung auferlegt hat sowie viele nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen IFRS freiwillig anwenden, ist noch nicht viel über die Auswirkung der IFRS auf Gewinne, Unternehmenspublizität, Informationsasymmetrie oder Kapitalkosten bekannt. In unserer Studie finden wir einen geringen positiven Einfluss von freiwilliger IFRS Anwendung deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen auf mehrere Aspekte der Earnings Quality und Informationsasymmetrie. Weitere Forschungsarbeit wird sich dahingehend beschäftigen, ob und inwieweit die Ergebnisse für andere Länder sowie IFRS-Anwender nach 2005 gelten.

Veröffentlichung: Gassen, J. und T. Sellhorn (2006): Applying IFRS in Germany: Determinants and Consequences, in: Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis 58: 365-386.

Link zu SSRN: Applying IFRS in Germany: Determinants and Consequences

 

Asset Pricing und Informationsunsicherheit

Dieses Forschungsprojekt ist eine gemeinsame Arbeit von Holly Ashbaugh-Skaife (University of Wisconsin-Madison), Ryan LaFond (Massachusetts Institut of Technology) und Joachim Gassen. Einer der grundlegenden Aspekte des Asset Pricing ist die Ungewissheit über die Verteilung der zukünftigen Cash Flows eines Vermögenswertes. Ein Teil der Finanzierungsliteratur betrachtet dieses Problem unter dem Gesichtspunkt des Bewertungsrisikos; somit wird das Risiko als unsystematisch betrachtet und wird in einem Gleichgewichtszustand diversifiziert. Im Gegensatz hierzu steht die Auffassung neuerer Ansätze, wonach die Ungewissheit als systematische Komponente verstanden wird und somit einen erheblichen Einfluss auf das Asset Pricing besitzt. Diese Diskussion ist für die kapitalmarktorientierte Rechnungslegungsforschung aus folgenden Gründen von Relevanz: (a) es zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen Rechnungswesen und Asset Pricing (b) Forschungsfragen mit Bezug zu Internationaler Rechnungslegung nehmen gewöhnlich an, dass Aktienkurse vergleichbar zwischen verschieden Märkten bezüglich ihrer Informationseffizienz sind. Um diese Themen zu beleuchten, entwickelten wir zuerst alternative Wege, um den Informationsgehalt von Aktienkursen in verschiedenen Ländern zu messen. Weitere Forschungsarbeit wird den Zusammenhang zwischen Informationsunsicherheit und Asset Prices untersuchen.

Link zu SSRN: Does Stock Price Synchronicity Represent Firm-Specific Information? The International Evidence

 

Präferenzen und Einstellungen von Kleinaktionären

Überraschend wenig ist über die Einstellung und die Präferenzen von Kleinaktionären bekannt. In einer gemeinsamen Studie mit Edgar Ernst (Finanzvorsitzender Deutsche Post AG) und Bernhard Pellens (Ruhr-Universität Bochum) befragten wir Anteilseigner der Deutschen Post über ihre Anreize, ihr Verhalten und ihre Einstellung zu Themengebieten wie Informationen, Dividenden und Corporate Governance. Basierend auf über 80.000 Antworten erhielten wir eine Stichprobe, die wir als repräsentativ für den deutschen Kleinanleger ansehen. Des Weiteren waren wir in der Lage, uns ein sehr genaues Bild über die Einstellung von Kleinaktionären zu machen. Wir verglichen unsere Ergebnisse der Kleinaktionäre mit den Ergebnissen von institutionellen Investoren. In anschließender Forschungsarbeit möchten wir länderübergreifend untersuchen, inwiefern kulturelle Unterschiede die Einstellung und die Antworten der Kleinanleger beeinflussen. Zukünftige Arbeit wird die Antworten der Investoren länderübergreifend vergleichen, um kulturelle Unterschiede, bezüglich der Antworten, herauszufiltern.

E. Ernst, J. Gassen and B. Pellens, Verhalten und Präferenzen deutscher Aktionäre: Eine Befragung von privaten und institutionellen Anlegern zum Informationsverhalten, zur Dividendenpräferenz und zur Wahrnehmung von Stimmrechten [Information Needs, Dividend Preferences and Voting Behavior of German Investors: Results of a Large-Scale Survey], Studien des Deutschen Aktieninstituts, Heft 42, Frankfurt am Main 2009.

E. Ernst, J. Gassen and B. Pellens, Verhalten und Präferenzen deutscher Aktionäre: Eine Befragung von privaten und institutionellen Anlegern zum Informationsverhalten, zur Dividendenpräferenz und zur Wahrnehmung von Stimmrechten [Information Needs, Dividend Preferences and Voting Behavior of German Investors: Results of a Large-Scale Survey], Studien des Deutschen Aktieninstituts, Heft 29, Frankfurt am Main 2005.

 

Accounting Conservatism

Es gibt wenige Attribute der Rechnungslegung, die durch die verschiedenen internationalen Rechnungslegungssysteme gemeinsam geteilt werden. Hierzu zählt Accounting Conservatism. Rechnungslegungsadressaten tendieren dazu, für die Realisierung von Gewinnen eine höhere Verifikation zu fordern als bei Verlusten. Das Konzept des Accounting Conservatism ist zum einen allerdings schwierig empirisch zu messen, zum anderen unterscheidet sich der Grad zwischen den einzelnen Ländern. In dieser gemeinsamen Arbeit von Rolf Uwe Fülbier (WHU Vallendar), Thorsten Sellhorn (Ruhr-Universität Bochum) und Joachim Gassen wird gezeigt, dass international verschiedene Niveaus von News-induziertem Conservatism durch firmenspezifische Faktoren erklärt werden können, wobei Unterschiede in Gewinnattributen sowie Gewinnglättung eher durch länderspezifische Unterschiede in der institutionellen Infrastruktur beeinflusst werden. Weitere Forschungsarbeit wird die verschiedenen empirischen Maße von Conservatism beschreiben sowie die Attribute länderübergreifend untersuchen.

Link zu SSRN: International Differences in Conditional Conservatism: The Role of Unconditional Conservatism and Income Smoothing

Veröffentlichung: Gassen, J., R. U. Fülbier und T. Sellhorn (2006): International Differences in Conditional Conservatism: The Role of Unconditional Conservatism and Income Smoothing, in: European Accounting Review 14: 527-564.

 

Lehrrelevante und praxisbezogene Arbeit:

Fallstudie Währungsumrechnung und Purchase Price Allocation unter IAS 21

Die Währungsumrechnung im Rahmen der Erstellung von Konzernabschlüssen gehört zu den kompliziertesten Sachverhalten der Konzernrechnungslegung. Eine erhöhte Bedeutung erlangt die Währungsumrechnung durch die steigenden Anzahl global agierender Unternehmen, welches Vorkommen und Höhe von Währungsumrechnungsdifferenzen auf die Bilanz bzw. GuV beeinflusst. IAS 21 erlaubt die Anwendung zweier alternativer Umrechnungsmethoden, die sich in ihrer Komplexität sowie Auswirkung auf das Eigenkapital unterscheiden.

Nach einem kurzen Überblick über IAS 21 zeigen wir an Hand einer Fallstudie den unterschiedlichen Einfluss beider Methoden auf die Purchase Price Allocation sowie das Eigenkapital und die Gewinn- und Verlustrechnung.

Veröffentlichung: Gassen, J., T. Davarcioglu, M. Fischkin und U. Küting (2007): Währungsumrechnung nach IFRS im Rahmen des Konzernabschlusses [foreign currency translation under IAS 21 for consolidated financial statements: A case study]. Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung 7: 171-180.

Excel-Datei beinhaltet Umrechnungsdaten und Ergebnisse

 

Lehrbuch: "Internationale Rechnungslegung" (in 7. Auflage, 2008):

B. Pellens, R. U. Fülbier, J. Gassen und T. Sellhorn (2008): Internationale Rechnungslegung: IFRS/IAS mit Beispielen und Fallstudie [International Accounting], 7. Auflage, Stuttgart.

Dieses Lehrbuch ist eines der führenden deutschsprachigen Standardlehrbücher auf dem Gebiet der internationalen Rechnungslegung. Wir legen besonderen Wert auf einen konzeptionellen und ökonomischen Ansatz, detaillierte praktische Fallbeispiele und umfassende Darstellung institutioneller Regelungen.