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Das Institut für Wirtschaftsinformatik der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Humboldt-
Universität zu Berlin hat vom Bundeministerium des Innern den Auftrag erhalten, eine Nationale
Prozessbibliothek für die öffentliche Verwaltung zu entwickeln. Das auf drei Jahre angelegte Projekt,
an dem auch das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam (HPI) beteiligt ist, startete am 1. Oktober 2010.
Im Projekt steht nicht die Standardisierung und Vereinheitlichung von Verwaltungs-prozessen im
Vordergrund, es wird vielmehr ein offener Ansatz verfolgt. Ziel ist eine Integration vorhandener
Ansätze und Projekte von unten nach oben, die den zuständigen Behörden weitest gehende
Freiheiten bezüglich der gewählten Formate lässt. In Kommunen, Ländern und auf Bundesebene sind
relevante Geschäfts- bzw. Verwaltungsprozesse derzeit in einer Vielzahl von Prozessmodellen
dokumentiert und verfügbar. Dabei ist es momentan ausgesprochen schwierig, einen umfassenden
Überblick über die relevanten Prozesse und deren IT-Unterlegung zu erhalten. Das Ziel ist eine
»Bibliotheca Alexandrina« der Verwaltungsprozesse in Deutschland.
Mithilfe der Prozessbibliothek soll ein Beitrag zum Aufbau eines föderativen
Informationsmanagements geleistet werden. Die Bibliothek wird nicht nur Prozesswissen
unterschiedlicher Verwaltungsebenen vereinen, sondern dieses auch produktiv verknüpfen, um das
aufbereitete Wissen für unterschiedlichste Anforderungen in der öffentlichen Verwaltung,
beispielsweise Benchmarking und die Optimierung übergreifender Zusammenarbeit, nutzbar zu
machen.
Die Prozessbibliothek soll als Anlaufstelle für erfolgreiche Verwaltungspraktiken dienen und über eine
bundesweit und gemeinschaftlich betriebene Initiative die Wiederverwendung von Prozessbausteinen
und die Kooperation und Kollaboration zwischen Inhabern und Nutzern von Prozessen fördern.
Wesentlicher Bestandteil wird daher eine Community-Komponente sein. Aus den erfolgreichen
Praktiken sollen so generalisierte Beispielprozesse entwickelt werden, so dass mittelfristig eine
harmonisierte Prozesslandkarte für die Kommunal-, Landes- und Bundesbehörden unter
Einbeziehung aller interessierten Parteien entsteht.
Wesentliche Grundlage der Zusammenarbeit bzw. deren technische Umsetzung bilden Kenntnisse
über Prozesse der einzelnen Verwaltungsebenen. Im Rahmen des Projekts werden diese
erschlossen, gesammelt und in der Prozessbibliothek zur Verfügung gestellt.
Beteiligte Personen:
Ahrend, Norbert
Eckardt, Daniela
Eid-Sabbagh, Rami-Habib (HPI)
Prof. Günther, Oliver
Dr. Kummer, Tyge
Prof. Weske, Mathias (HPI)
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