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Humboldt-Universität zu Berlin - Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

    Corona und der Daten-Schutz (Einfache Sprache)

Januar 2021

Peter Zelt

 

Wenn Sie Corona haben, ist wichtig: Mit wem waren Sie zusammen? Wen haben Sie vielleicht angesteckt? Dann können diejenigen einen Corona-Test machen. Aber andere müssen davon nichts wissen. Es geht sie nichts an.

 

Seit einem Jahr gibt es die Seuche Corona. Nun reden die Leute wieder mehr über Daten-Schutz.

 

Daten sind: alles, was jemand über uns weiß. Nicht nur Name, Geburtstag und Anschrift. Sondern auch:

 

- Wo wir gerade sind und wo wir hingehen wollen.

- Alles, was wir tun und was wir getan haben.

- Ob wir gesund sind und welche Medizin wir brauchen.

- Wie viel Geld wir haben und wo wir es haben.

- Welche Noten unsere Kinder in der Schule bekommen.

- Was wir denken und fühlen.

- Wer unsere Freunde sind und wen wir nicht so gut mögen.

 

Computer sammeln Daten über uns alle. Das sind meistens viel mehr, als wirklich benötigt werden. Die Daten müssen geschützt werden, damit sie nicht jeder lesen kann. Das ist: Daten-Schutz.

 

Manche denken: Das ist nicht wichtig, ich habe doch nichts zu verstecken.

 

Aber es gibt Menschen, die sich böse verhalten und anderen schaden. Wenn solche Menschen viel über uns wissen, dann nutzen sie es vielleicht aus. Wenn sie wissen: Wir sind nicht zu Hause. Dann brechen sie vielleicht in die Wohnung ein. Oder wenn sie unsere geheimen Wünsche kennen. Dann bringen sie uns vielleicht dazu, dass wir etwas kaufen. Obwohl es eigentlich zu teuer ist und wir das Geld für wichtigere Dinge brauchen.

 

Nicht jeder und jede soll alles über uns wissen. Je mehr ich über einen Menschen weiß, desto stärker kann ich ihn beeinflussen. Deshalb wird er mir mehr über sich erzählen, wenn er mir vertraut. Wenn er mich kennt und weiß, dass ich es gut mit ihm meine. Ohne Vertrauen erfahre ich nur wenig über ihn.

 

Manches erzählen wir anderen nur, wenn sie es für sich behalten. Sie sollen nicht alles weiter-erzählen, was sie über uns wissen. Das muss auch gelten für Firmen und Behörden. Und ebenso für die, die dort arbeiten: Beamte, Polizistinnen, Lehrer, Verkäuferinnen.

 

Sie dürfen unser Vertrauen nicht brechen. Genauso ist es auch mit den Daten in Computern. Und mit den Menschen, die damit arbeiten. Über Computer und Handys vertrauen wir fremden Firmen viel an. Oft merken wir es gar nicht. Zum Teil sind es intimste Geheimnisse.

 

Deshalb ist es so wichtig, dass es dafür Regeln gibt. Das sind Regeln zum Daten-Schutz. Manche sagen: Jetzt gibt es Corona, da soll man Ausnahmen machen. Aber das wäre schlecht.

 

Zum Beispiel beim Unterricht zu Hause. Die Kinder treffen sich mit ihrer Lehrerin über das Internet, auf dem Computer-Bildschirm. Ein Kind hat ein Problem und will es seiner Lehrerin anvertrauen. Aber der Daten-Schutz funktioniert schlecht, und ein Fremder kann es mithören. Am nächsten Tag spricht der Mann das Kind darauf an. Vielleicht sagt er, dass die Lehrerin ihn darum gebeten hat. Aber es stimmt gar nicht. Er will nur, dass das Kind ihm vertraut. Und dass es tut, was er ihm sagt.

 

So etwas soll nicht passieren. Die Regeln zum Daten-Schutz sollen so etwas verhindern. Sie schützen uns alle, und alle müssen sie befolgen. Das gilt auch, wenn es die Seuche Corona gibt.

 

 

Nachtrag (20. 2. 2021)

Wer der offiziellen Corona-Warn-App nicht vertraut, hat jetzt eine andere Möglichkeit. Die funktioniert genauso gut und ist wohl sicherer.

 

Wer das tun möchte, geht so vor:

Diesen Beitrag auf dem Smartphone öffnen. Dort den Link anklicken: "Corona Contact Tracing Germany". Daraufhin öffnet sich die Seite von F-Droid. Dort gibt es in einem blauen Feld die Auswahl:

     F-DROID HERUNTERLADEN

Damit kann man die App herunterladen und installieren.